Mein Leben

1988 Nach Türsteherdiensten in diversen Rotlicht-Bars und einem Intermezzo als Fahrradkurier, das er aufgrund mangelnder körperlicher Konstitution abbrechen muss, verdingt sich Borscht als Bote für einen ortsansässigen Gebrauchtwagenhändler.
Als er aus Unachtsamkeit eines der Päckchen fallen lässt, rinnt weißliches Pulver heraus. Borscht verschwindet. Zurück bleiben seine Verlobte und Borschts ungeborenes Kind. Beide sind nicht wirklich gut auf den Abwesenden zu sprechen. Drei Jahre vergehen, die Mauer fällt, Borscht bleibt weg.

Borscht geht als Tellerwäscher nach Sylt, lernt eine reiche Ärztin kennen und bereist mit ihr ferne Länder. In Thailand trennen sich die beiden, Borscht verdient sich seinen Lebensunterhalt mit zwielichtigen Jobs, reist weiter nach Goa, Kalifornien und Franz-Josef-
Land (Russland). Dort verfolgt er ungläubig auf einem alten schwarzweiß Fernseher aus den fünfziger Jahren den Fall der Mauer. Mit dem Ende des Kommunismus versiegt auch seine lukrative Einnahmequelle, der illegale Import von Coca-Cola Dosen in die Sowjetunion. Borscht reist weiter durch die Welt und landet auf Samoa. Eines Tages fährt er eine Berliner Touristengruppe zum Hochseefischen auf den Pazifischen Ozean. Borscht packt das Heimweh, er selbst noch am gleichen Abend seine Koffer.

4. Juli 2001 Auf dem Flughafen Tempelhof landet ein Flugzeug. Borscht ist wieder da. Sein Gedächtnis leider nicht.

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